Trends 2016: Gegenwart und Zukunft gestalten

Als Digital Media Women sind wir Teil der Digitalbranche. Wir gestalten digitale Produkte, Services, Unternehmen, die Arbeitswelt, Bildungs- und Lebensbereiche mit. Jeder Bereich, der durch die Digitalisierung betroffen ist, steht vor Veränderungen oder ist mitten in einem Veränderungsprozess. Wir müssen uns über veränderte und verändernde Arbeitsbedingungen genauso unterhalten wie über die neuen Möglichkeiten, unsere Marken und Produkte und uns selbst darzustellen.

Wer auf die digitalen Entwicklungen der letzten Jahre zurückblickt, blickt auf stetige Veränderung. Und während wir das Spielfeld der digitalen Transformation in seiner vollen Breite und all seinen Möglichkeiten bespielen, ist es an manchen Stellen wichtig, kurz innezuhalten und sich zu fokussieren. Wir sind aufgefordert uns von Altbekanntem zu verabschieden und Neues zu testen – genauso wie wir an Altbekanntem festhalten müssen und nicht jedem Trend hinterherrennen werden. Wir freuen uns über Experten, die uns auf die wichtigen Themen aufmerksam machen, mit denen wir uns austauschen, diskutieren und somit die Zukunft gestalten können.

Dieses Know-how haben wir bei den Digital Media Women sozusagen auch „Inhouse“. Deshalb haben wir in die Runde gefragt, welches die Trends aus der Sicht unserer Expertinnen für das Jahr 2016 sind. Welche Entwicklungen werden uns begegnen, worauf sollten wir uns fokussieren und mit welchen Themen werden wir uns auseinandersetzen? Vielen Dank an Carolin Neumann, Christiane Brandes-Visbeck, Meike Leopold, Maren Martschenko, Martina Troyer, Mona Szyperski, Kixka Nebraska, Ute Blindert, Kathrin Kaufmann, Sarah Pust für die Statements hier im Blogbeitrag, an alle #DMW und Gast-Autorinnen für die Blogbeiträge zu digitalen Themen unter dem Jahr und alle #DMW für die Diskussionen in unserer #DMW Facebook-Gruppe. Los geht’s!

Die Medienentrepreneure kommen!

Carolin Neumann

Carolin Neumann
(Foto: Rieka Anscheit)

Carolin Neumann
Jouvenir, Gründerin

Als Journalistin mit einem Blick auf Innovation und Entrepeneurship habe ich mich 2015 intensiv mit Medienunternehmer*innen, ihren Herausforderungen, ihren Hürden und Sorgen beschäftigen können. Ich habe Startups und Inkubatoren besucht, Journalist*innen auf dem Weg zum eigenen Unternehmen beraten und kann sagen: Die Medienentrepreneure kommen! Mit jedem Jahr werden die Tools vielzähliger, günstiger und einfacher, die es Frauen und Männern ermöglichen, selbst mit großer Reichweite zu publizieren und sich eine Stimme zu verschaffen. Die Medienwirtschaft kann nur profitieren durch mehr Vielfalt, durch mehr unabhängige Projekte und spannende Ideen, ob reines Onlinemagazin, Multiplattformprojekt oder technologisch getriebenes Medienkonzept. Ich habe keine Kristallkugel, aber meine Erfahrung sagt: 2016 werden eine Menge neuer journalistischer Produkte kreiert und mit einer neuen Entschlossenheit auf den Markt gebracht. Ich bin gespannt!

Willkommen, Digital Leadership!

Christiane Brandes-Visbeck (Foto: Simone Naumann)

Christiane Brandes-Visbeck
(Foto: Simone Naumann)

Christiane Brandes-Visbeck
Ahoi Consulting, Gründerin

Inzwischen ist klar: Die digitale Transformation geht nicht mehr weg. Es macht keinen Sinn, das Thema in die IT oder Produktentwicklung zu verschieben. Es betrifft früher oder später alle Bereiche unseres Arbeitslebens. Diese Erkenntnis ist inzwischen auch in den Chefetagen angekommen. Und so fragt sich manch eine Führungskraft: „Wie geht das eigentlich mit der digitalen Revolution?“ – „Was muss ich tun? Wie muss ich sein?“ – „Wie funktioniert das Konzept vom zeitgemäßen Manager?“ Wir werden sicherlich ganz unterschiedliche Antworten auf diese Fragen finden, vieles unter dem Stichwort „Digital Leadership“. Auch bei uns, den #DMW. Denn die großen Veränderungen der Zeit sind unsere Chance, in einer Welt zu leben, in der Vielfalt herrscht, als Frauen gleichberechtigt teilzuhaben und sichtbar Einfluss zu nehmen. Wir sagen ab 2016 ganz laut: „Willkommen, Digital Leadership!“

Klarheit in der Kommunikation

Meike Leopold (Foto: Dorothee Elfring)

Meike Leopold
(Foto: Dorothee Elfring)

Meike Leopold
Start Talking

Lohnt es sich, wenn wir twittern?“ Ich erlebe es immer wieder, dass Unternehmen in der Kommunikation das Pferd von hinten aufzäumen. Sie denken von den Kanälen her statt ein solides Fundament zu legen. Wenn ein Unternehmen einmal klar herausgearbeitet hat, wer es ist, wofür es steht, was es wem bietet und warum die Kunden sich gerade für sein Angebot entscheiden sollten, hat es eine Grundlage für die gesamte Kommunikation. Deshalb lautet mein Geheimtipp für 2016: auch wenn die digitalen Trends noch so sexy sind – erst mal Klarheit in der Kommunikation schaffen!

Marken emotional und stimmig erlebbar machen

Maren Martschenko (Foto: )

Maren Martschenko
(Foto: )

Maren Martschenko
Martschenko Markenberatung

Wer 2016 und darüber hinaus auf seinem Markt die Nase vorn haben will, muss seine Marke entlang der gesamten Customer Journey, also vom Zeitpunkt bis die Menschen Kunden sind und darüber hinaus, emotional und stimmig erlebbar machen. Das erfordert von den Unternehmen, sich noch stärker in ihre Kunden hineinzuversetzen, noch intensiver auf ihre Probleme und Bedürfnisse einzugehen und dabei echtes persönliches Interesse zu zeigen. Voraussetzung dafür: Mit den Kunden reden. Nicht neu, aber trendy.

Weibliche Kommunikation und Markenbildung – Trending Topic in 2016

Martina Troyer (Foto: Teresa Rotwangl)

Martina Troyer (Foto: Teresa Rotwangl)

Mona Szyperski (Foto: Studioline Photography)

Mona Szyperski (Foto: Studioline Photography)

Martina Troyer
netzgewandt | Medienbüro für strategische Kommunikation

Mona Szyperski
Marketing Manager EMEA | Pontoon

 

 

 

Frauen als Vorbilder! Für Kommunikation und Personal Branding. Dieser Trend wird weiter anhalten und stärker wachsen denn je.

In vielen Bereichen der Kommunikation, im Digital Leadership und bei der Markenbildung sind Frauen stärker im Fokus als je zuvor.
Nicht als Zielgruppe, sondern als Vorbilder. Weiblichkeit in der Kommunikation, das steht für emphatisches, emotionalisierendes Storytelling – sichtbar, werteorientiert, authentisch, teamfähig und zukunftsweisend. In 2016 werden wir erleben, dass diese Qualitätsmerkmale in Kommunikation und der Markenbildung einen neuen Boom auslösen. Die Digital Media Women leisten ihren Beitrag dazu, dass dieser Trend weiter anhält. Und das ist gut so!

Vom Ende der Profile wie wir sie kennen

(Foto: Rieka Anscheit)

Kixka Nebraska
(Foto: Rieka Anscheit)

Kixka Nebraska
Die ProfilAgentin

Nachdem Snapchat international 2015 bereits weite Bevölkerungskreise begeistert (50% in Norwegen!) fing die App in Deutschland erst allmählich an, Fans zu gewinnen. Die Idee, Fotos und Videos mit einer kurzen Lebensdauer von max. 24 Stunden zu publizieren, scheint im deutschsprachigen Raum im Moment vor allem Marketingexperten zu begeistern: Der entsprechenden Facebook-Gruppe gehören bereits fast 1.000 Mitglieder an. Wobei die App weder klassische Profile noch Verlinkungen aus der App heraus anbietet: denkbar ungünstige Voraussetzungen für’s Marketing wie wir es kennen. Genauso wenig gibt es sichtbare Follower- oder Snap-Abrufzahlen – Frei vom Druck von Vergleichsgrößen kann Snapchat 2016 der denkbar beste Ort für kreative Experimente sein – auch wenn wir uns dafür von leicht auffindbaren und Orientierung bietenden Profilen verabschieden müssen.

Die „Digitale Bildungsrevolution“ bewußt gestalten

Ute Blindert (Foto: Christine Sommerfeldt)

Ute Blindert
(Foto: Christine Sommerfeldt)

Ute Blindert
Autorin & Speakerin zu den Themen Karriere, Arbeitsmarkt und Digitaler Wandel

Deutschland steht, was Digitale Bildung anbelangt, noch ganz am Anfang. Einige Schulen oder Universitäten beschäftigen sich zwar mit dem Thema, haben aber noch lange nicht die Vorteile erkannt, die sich daraus für sie ergeben können. Meiner Meinung liegt das zum einen an einer sehr kritischen Haltung zum Umgang mit Daten, die ja auf der einen Seite sinnvoll ist, aber meiner Meinung nach sich nicht erlaubt, mal zu überlegen, was sich denn sinnvolles mit „Big Data“ anfangen ließe. So gäbe es bei einem vernünftigen Einsatz von bestimmten Daten gute Ansätze, um manche Bildungsaufgaben zu automatisieren, um Freiräume für individuelle Bildungsarbeit zu bieten. Nur so werden wir fit für die (Future) Jobs, die die Zukunft mitgestalten.
Meiner Meinung nach lässt sich die „Digitale Bildungsrevolution“ (übrigens auch der Titel eines tollen Buches von Jörg Dräger und Ralph Müller-Eiselt) allerdings nicht aufhalten – wir sollten uns allerdings trauen, diese bewusst zu gestalten und es nicht den Vordenkern aus Silicon Valley überlassen!

Content meets Performance

Kathrin Kaufmann (Foto: Jonas Thiel)

Kathrin Kaufmann
(Foto: Jonas Thiel)

Kathrin Kaufmann
Communications Manager, elbdudler

2016 wird das Jahr, in dem sich Kreative ernsthaft mit Performance Marketing auseinandersetzen und ihre Contentproduktion an die Möglichkeiten von Programmatic Advertising anpassen müssen. Mit Programmatic Advertising können Kampagnen in Echtzeit an die Bedürfnisse und den jeweiligen Kontext der Konsumenten angepasst werden, man kann sie also sehr individuell und granular getargeted ansprechen. Diese individuelle Ansprache braucht aber die passenden Inhalte, und zwar viele davon. Wo früher ein und dasselbe Kampagnenmotiv an eine breite Zielgruppe gestreut wurde, sind heute eine Vielzahl von Varianten für die unterschiedlichen Zielpersonen und Kontexte gefragt. Wer das ohne Kostenexplosion umsetzen möchte, muss schon in der Konzeption die technischen Möglichkeiten mitbedenken und seinen Content modular planen.

2016: Die neue eBook-Lesewut

Sarah Push (Foto: Rieka Anscheit)

Foto: Sarah Pust
(Foto: Rieka Anscheit)

Sarah Pust
Senior Digital Media Expert. Strategie, Konzept, Text, PR, Journalist bei pusteblumemedia.de

Für mich wird 2016 das Jahr der eBooks. Prognosen zufolge wächst der Markt mit eBooks bis 2020 so stark, dass mehr mit eBooks und eMagazines verdient wird, als mit Videos und digitaler Musik.

Für mich sind dabei vier Entwicklungen ausschlaggebend: Interaktion, Animation, Analyse und Kommentarfunktionen.

Dank Apple laufen seit Frühjahr 2015 interaktive eBooks auch auf iOS. Und damit können die Videos und Navigationstools auch auf dem iPhone genutzt werden, ohne eine zusätzliche App zu programmieren. So auch bei meinen eBooks über Mallorca. Ein weiterer Top Trend, auch wenn man immer noch ziemliche Grafik- und Animationskompetenz braucht, ist für mich die kostenlose Software von Tigercreate mit der es einfacher wird Kinderbücher zu animieren.

Beim eBook Camp in Hamburg stellte der Piper Verlag sein Projekt Marille vor. Durch die Analyse-Software von Jellybooks bekommt der Verlag direkt aus dem eBook Feedback zu dem Leseverhalten – neben dem Test neuer Autoren können u.a. auch die Conversions zwischen mehreren Verlagsprodukten optimiert werden.
Mit sobooks entwickelt sich im Buch ein Dialog, fast wie in den Kommentaren unter einem Artikel oder Blogbeitrag. Man kann direkt im eBook seine Meinung sagen oder einen Satz über facebook, twitter oder per Mail an Freunde weiterleiten. Trotz dieser Entwicklungen fehlen mir zum ganz großen Bäng noch eine Weiterverleih-Funktion und Sonderausstattungen mit Interviews, Videos o.ä. wie im CD-Geschäft.

Eure Trends 2016

Welche digitalen Entwicklungen werdet ihr im Auge behalten und was sind eure Tipps für das neue Jahr?
Diskutiert mit uns in den Kommentaren, in der #DMW Facebook-Gruppe, bei unseren Meet-ups und Themenabenden.

Tags: , , , ,

3 Antworten zu "Trends 2016: Gegenwart und Zukunft gestalten"

  1. Ich bin persönlich kein Fan vom „In-Die-Glaskugel-Schauen“, mich langweilt die Überflutung dieser Art der Beiträge zum Jahresende; auch wenn sie ihre Berechtigung haben mögen. Spannender fände ich daher einen Blick zurück: Was hat sich denn im letzten Jahr geändert in Sachen Digital Media? Welche Prognosen von 2014 auf 2015 sind tatsächlich eingetreten? Wie ist eure Meinung dazu?

    Vielleicht eine Anregung fürs nächste Jahr – Soll und Ist zu vergleichen. 😉

    • Katja Vater sagt:

      Vielen Dank für dein Feedback! Uns geht weniger um die „Glaskugel“, sondern eher um die Verortung: Wo stehen wir aktuell, was hat sich im letzten Jahr getan, was sind die next steps, worauf werden sich die Bereiche fokussieren? Wir nehmen deine Anregung gerne für das nächste Jahr auf. Und bis dahin werden wir aktiv sein und die verschiedenen Bereichen mitgestalten 😉

  2. Sehr geehrte Damen,
    auch ich begruesse die Erfordernisse unsreres Zeitgeistes,
    abet die Empathie fuer die nahen Besonderheiten mit
    Empathie beladen soll das Wichtigste sein!
    Mit besten Grüßen
    Günther MEINEL

Eine Antwort hinterlassen