Rückblick auf den Themenabend „Bewerbung 4.0“ der #DMWmuc

Wie bringt man Arbeitssuchende und Firmen im digitalen Zeitalter zusammen? Was ändert sich für Bewerber und Unternehmen? Worauf müssen sich Frauen einstellen?

Das waren die Kernfragen, mit denen sich Heidi Stopper, Ute Blindert, Dr. Elke Frank und Kristin Bücking unter der Moderation der Münchner Digital Media Woman Beate Mader am 15. Juni 2015 in der Presselounge des O2/Telefónica-Towers auseinandersetzten.

Entsprechend ihrer beruflichen Schwerpunkte und Erfahrungen teilten die Expertinnen eine ganze Reihe von praktischen Tipps und Empfehlungen für Bewerber und Unternehmen.

Das persönliche Gespräch ist durch nichts zu ersetzen

Kristin Bücking, Manager bei der internationalen Personalberatung Odgers Berndtson in Frankfurt ist der festen Überzeugung, dass digitale Medien können zwar beim Suchen des richtigen Kandidaten und Arbeitgebers helfen, aber das persönliche Gespräch für die endgültige Entscheidung durch nichts zu ersetzen ist. Es genügt nicht bei den Kompetenzen 100% Trefferquote zu erreichen, es kommt auf den kulturellen Fit an. Ein gut gepflegtes Xing-Profil schafft gute Voraussetzungen, wenn dort die eigene Geschichte erzählt wird. Wer authentisch ist, seiner Leidenschaft folgt, hat eine reelle Chance auf Erfolg.

Arbeit der Zukunft ist kein reines HR-Thema

Dr. Elke Frank ist seit 1. August 2013 Mitglied der Geschäftsleitung von Microsoft Deutschland und übernimmt dort als Senior Director Human Resources die Verantwortung für das Personal-Ressort. Auch sie ist der Überzeugung, dass es zu 60% auf den sogenannten „cultural fit“ ankommt. Um diesen den Bewerbern näher zu bringen, lässt Microsoft die Abteilungsleiter per Videobotschaft die Erwartungen an potenzielle Bewerber vermitteln. Dafür brauchen Personalabteilungen kein großes Budget. Sie sieht das Thema „Arbeit der Zukunft“ allerdings nicht als reines HR-Thema, sondern abteilungs- und branchenübergreifend.

Jeder mit öffentlichem Profil ist Botschafter

Susanne Hillmer ist Scout im Social Web Dschungel bei Kundenpfadfinder. Sie unterstützt Unternehmen dabei, das Employer Branding im Social Web zu aktivieren. An Universitäten hilft sie Studenten, den richtigen Einstieg in das Berufsleben zu finden. Dabei fragt sie sich, warum Bewerber bei vielen Unternehmen immer noch auf Webseiten verwiesen werden und nicht schon längst Social Media Kanäle für die erste Kontaktaufnahme angeboten werden. Unternehmen müssen sich umstellen, wenn sie künftig als Arbeitgeber gefragt sein wollen. Ein wichtiger Rat für Bewerber: Sobald man Profile im Netz hat, ist man nicht mehr privat unterwegs. Man ist öffentlich sichtbar und somit Botschafter für sich selbst, aber auch für den Arbeitgeber, für den man gerade arbeitet.

Auch Netzwerken gehört zur Arbeit

Ute Blindert liefert als Autorin (Buch: „Per Netzwerk zum Job. Insider zeigen, wie du deine Träume verwirklichen kannst.“ Campus 2015) und Speakerin Impulse für Unternehmen und deren Fach- und Führungskräfte. Sie begleitet vor allem Akademiker in Karriere- und Selbstmarketingfragen. Sie sieht eine große Diskrepanz zwischen den Ansprüchen und der Realität. Stromlinienförmigkeit ist kein Erfolgsfaktor wie das noch an den Hochschulen vermittelt werde. Die Absolventen müssen heute sehr gut ihre Stärken kennen und auch mal den Mut haben zu scheitern. Auch die Hidden Champions werden Fachkräfte mit Digitalkompetenz nicht mehr unbedingt über den lokalen Kegel- oder Schützenverein rekrutieren können. Sie müssen auch mehr Flexibilität zeigen, damit das Frauenpotenzial nicht mehr zu Hause gelassen wird. Auch die Frauen selbst müssten ihre Haltung verändern: Netzwerken als Arbeit betrachten und nicht als Privatvergnügen.

Follow your passion

Heidi Stopper, Besitzerin von Stopper Coaching und Consulting, arbeitet als Business- und Karrierecoach und Unternehmensberaterin zur Transformation und Digitalisierung. Sie hat eine langjährige Karriere in verschiedenen Branchen und Ländern gemacht und war zuletzt Vorstand bei der ProSiebenSat.1 Media AG. Ihre These: Die einzige Möglichkeit zu wachsen ist, einen Job zu wählen, der eine Nummer zu groß ist. Das Wasser zu testen und sich erlauben, etwas auszuprobieren. Gerade für gute Leute waren die Zeiten nie besser dafür, „das Wasser zu testen“. Wichtig ist, heute das zu machen, was heute gut für einen ist. Sich auf seine Stärken zu besinnen. Gleiches gilt auch für Unternehmen: 50 Jahre Arbeit an den Schwächen bringe nur Mittelmaß. 50 Jahre Arbeit an den Stärken bringt Brillanz hervor. Die ultima Ratio: „Follow your passion.“

Thumbs up

Thumbs up für einen tollen Abend (Foto: Simone Naumann)

Das sagen unsere Gäste

Anne Dechamps

Anne Dechamps (Foto: Privat)

Anne Dechamps, Marketing Mitarbeiterin, Busch Entertainment Media GmbH

„Ich fand den Themenabend wirklich ganz toll. Ganz nah am Puls der Zeit und sehr informativ. Am Besten fand ich, dass die Gastrednerinnen sich als Business Women zum Anfassen und Ausfragen heraus gestellt haben und man wertvolle Tipps und Tricks erfahren hat, vor, während und nach dem offiziellen Teil des Abends.“

 

 

Anna-Lena Müller

Anna-Lena Müller (Foto: Microsoft)

 

Anna-Lena Müller, Communications Manager Digital Transformation and Cloud, Microsoft Deutschland

Der Themenabend „Bewerbung 4.0 – digital, virtuell, per Netzwerk oder doch ganz klassisch auf Papier?“ hat gezeigt, dass es neben der digitalen Visitenkarte weiterhin auf einen persönlichen Austausch und eine individuelle Ansprache ankommt – egal ob digital, per Netzwerk, klassisch auf Papier oder persönlich.

 

Thomas Pfannkuch

Thomas Pfannkuch (Foto: privat)

Thomas Pfannkuch, Account Manager, Schwartz Public Relations, Gründer und Blogger, ISARSPARER

„In der Arbeitswelt findet aktuell ein Paradigmenwechsel statt: mobiles und flexibles Arbeiten als Wettbewerbsvorteil für Arbeitgeber, Videobotschaften als moderne Bewerbungsform und ein persönliches Netzwerk, auf das man bauen kann, sind nur einige Beispiele. Der Themenabend der #DMWmuc brachte durch ein sehr gut besetztes Podium interessante Einblicke zur ‚Bewerbung 4.0‘. Inspirierende Themen, neue Kontakte und tiefergehende Gespräche – ein insgesamt sehr gelungener Abend.“

 

Christine Müller

Christine Müller (Foto: Alexander Schelbert)

Christine M. Müller, Beraterin für Interne Kommunikation und PR

„Eine sehr interessante Diskussionsrunde zum Thema Bewerben 4.0 mit großartigen Panelteilnehmerinnen. Mein Fazit: Fokus auf die eigenen Stärken, Mut sich auf einen Job zu bewerben, der eine Nummer zu groß ist, Präsenz in Fach-Communities und ein gutes Netzwerk – dessen Pflege als fester Bestandteil der Arbeit zu sehen ist, führen zum Erfolg und damit zum richtigen Job.“

 

Die besten Tweets zum Nachlesen gibt es bei Storify.

Wir danken den Referentinnen und unserem Sponsor O2-Telefónica dafür, dass sie dieses Event möglich gemacht haben.

Weitere Berichte findest du hier:

Themenabend der #DMWMUC: Bewerbung 4.0 bei greyeconsulting.de

Bewerbung 4.0: Frauen, traut euch endlich! bei tanjapraske.de

„Sie haben eine Lücke im Lebenslauf“ – „Ja, war geil!“ bei verbia.de

Bewerbung 4.0 – die Kraft der Mitarbeiternetzwerke! bei kundenpfadfinder.de

In Mission „Bewerbung 4.0“ unterwegs – bei visionhochdrei.de

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1 Antwort zu "Rückblick auf den Themenabend „Bewerbung 4.0“ der #DMWmuc"

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