Der Startups@Reeperbahn Pitch – Bewerbungstipps für Kurzentschlossene

Startups@Reeperbahn Pitch

Pitchen mal ganz anders: Beim Startup@Reeperbahn Pitch treffen spannende Projekte auf Investoren.
Und das mitten auf dem Kiez.
(Foto: Rieka Anscheit)

Nu‘ aber los, Butter bei die Fische: In 40 Stunden endet die Bewerbungsfrist für den Startup@Reeperbahn Pitch 2014. Am 18. September 2014 können Startups hier parallel zum Reeperbahn Festival 2014 vor einem hochkarätigen Kuratorium beweisen, wie aufregend ihr Projekt ist. Fünf Finalisten aus ganz Europa treten am Ende in einem Kiez-Club zum finalen Pitch gegeneinander an. Das große Ziel: Den SPIEGEL ONLINE MEDIAPREIS mit einem Mediabudget in Höhe von 100.000 € gewinnen! Warum Bewerber noch schnell ihre Unterlagen einreichen sollten und welche Chancen sich durch diesen ungewöhnlichen Pitch ergeben (können), verrät uns Sanja Stankovic, Initiatorin von Startups@Reeperbahn, Co-Founderin von Hamburg Startups und DMW-Mitgründerin.

WER KANN SICH BEWERBEN? WAS MUSS MAN KÖNNEN?

DMW: Das Reeperbahn Festival dreht sich um Musik und Digitales. Dürfen sich bei euch daher nur Startups aus diesem Bereich bewerben – oder seid ihr offen für alles?

Sanja: Es zählt nur eins: Das Geschäftsmodelll muss innovativ sein und das Pitchdeck überzeugen. Im letzten Jahr hatten wir mit Liberta Motorcycles was total Undigitales unter den Finalisten – und sie haben sogar den zweiten Platz belegt!

DMW: Ein perfektes Pitchdeck, zwölf Folien, ein Projekt – und eine riesige Konkurrenz. Ein ganz schön großer Druck für Startups. Welche Tipps gibst du den Bewerbern mit? Welche Angst kannst du ihnen nehmen?

Sanja: Es gibt keinen Grund, Angst zu haben! Jedes Pitchdeck übt – sofern man nicht immer das Gleiche abschickt oder es nicht überarbeitet. Jede Übung und jedes Feedback bringen einen weiter. Als Hilfestellung haben wir auf Hamburg Startups wichtige Tipps für das perfekte Pitchdeck zusammengestellt. Unsere Kuratorin Elke Fleing (Executive Consultant, DMW und Editor bei deutsche-startups.de) befasst sich in der Themenreihe Pitch-Boosting mit Punkten, die Bewerber unbedingt beherzigen sollten.

DMW: Elke Fleing beschreibt den perfekten Pitch als „ein spannedes Theaterstück“. Muss ich also ein perfekter Storyteller oder gar eine Rampensau sein, um Chancen auf das Finale zu haben – oder sind es nachher die ruhigeren Underdogs, die die Investoren mit klaren Kalkulationen anziehen?

Sanja: Live-Pitching ist Entertainment! Deshalb ist ein kleines Rampensau-Gen auf jeden Fall von Vorteil. Ein sicheres und selbstbewusstes Auftreten macht viel aus, um die eigene Geschichte überzeugend rüberzubringen. Aber das ist ein schmaler Grat. Ich habe als Mentorin bei einem Pitch erlebt, dass jemand zu selbstbewusst war – und sich damit ins Aus geschossen hat.

Befindet man sich in persönlichen Gesprächen mit Investoren, kann „der ruhige Underdog“ wiederum von Vorteil sein. Ich denke am Ende ist es entscheidend, die Stärken und Schwächen eines jeden Teammitgliedes genau zu kennen und sich zu überlegen, wann man was am besten einsetzt.

WAS STARTUP@REEPERBAHN SO BESONDERS MACHT

DMW: Die Reeperbahn: Das ist Kiez, das ist Rotlicht, eine einzige Bühne. Wie kommt es, dass ihr ausgerechnet hier einen Startup-Pitch macht – und nicht bei einer der großen, „seriöseren“ Branchenverstaltungen? Was macht den Reiz aus?

Sanja Stankovic - Initiatorin von Startups@Reeperbahn und DMW-Mitgründerin (Foto: Rieka Anscheit)

Sanja Stankovic: Initiatorin von Startups@Reeperbahn & DMW-Gründerin
(Foto: Rieka Anscheit)

Sanja: Ehrlich? Das ist eigentlich Zufall. In 2013 mussten wir das Thema Startup in den Digitaltracks der Reeperbahn Festival Conference streichen. Die Idee, Hamburger Kaufleute und Startups zusammenzubringen, wollte ich trotzdem umsetzen. Aber nicht mit einem normalen Pitch, davon gab es schon zu viele. Das Tolle an unserem jetzigen Konzept und dem Kiez als Location ist, dass Startups an sich und die Reeperbahn als Ort viel Raum für Kreativität lassen und man bereits mit Kleinigkeiten wie goldenen Hotelschlüsseln, Sekt-Piccolos oder „Hotelzimmern mit und ohne Dusche“ eine ganz besondere Atmosphäre schaffen kann. Das hat das große Interesse am Pitch 2013 gezeigt. Es ist eine riesen Freude, jedes Jahr neue kreative Umsetzungsideen zu entwickeln. In diesem Jahr sind es die „Trailer“, die sogenannten Love Mobile, in denen wir u. a. Matchmakings anbieten wollen – eine Art Blinddate mit einem Mentor.

 

DMW: Wie muss man sich das vorstellen: Ist das ein Herzblatt-Elevatorpitch, bei dem das Projekt den perfekten Partner findet?

Sanja: Ja, das ist ein ziemlich passender Vergleich 🙂 Wir haben einen sehr spannenden Pool an Investoren, Beteiligungsmanagern und Journalisten gesammelt und suchen nun passende Startups. Beide Seiten geben ihre Interessen ein, wir spielen ein bisschen Dating-Plattform und machen ein Matching. Wichtig ist uns hier, dass es wirklich einen Mehrwert für beide Seite liefert und deswegen versuchen wir schon ein sehr passgenaues Treffen zu vereinbaren. Jedes Startup kriegt 15 Minuten und auch hier heißt es: Macht was draus!

DMW: Das klingt nach einer wirklich ungewöhnlichen Veranstaltung. Zumal meist Berlin im Zentrum der Startup-Szene steht, wie du in einem Interview mit den Netzpiloten erwähnt hast. Wie relevant ist der Standort-Faktor? Ist Hamburg für die Bewerber wirklich das Tor zur großen, weiten Welt?

Sanja: Mit Kreditech, Facelift, MyTaxi, Xing, Bigpoint, Innogames, Goodgames, Jimdo, Elitepartner und Co. hat Hamburg extrem erfolgreiche Startups hervorgebracht. Im gesamten Startup-B2B-Bereich werden hier Millionen umgesetzt. Oder wie die ZEIT neulich schrieb: „Wer sich die erfolgreichen Internetgründungen in Deutschland anguckt, jene Firmen, die nicht nur Umsatz, sondern auch Gewinne machen, landet unweigerlich in Hamburg“.

In meinen Augen ist aber nicht die Frage Hamburg oder Berlin entscheidend, sondern die Frage, welche Rolle Deutschland im europäischen Kontext spielt. In der internationalen Wahrnehmung gibt es Nachholbedarf und solche Konzepte sind da sicherlich hilfreich. Wir haben die Bewerbung dieses Jahr auf vielfachen Wunsch daher auch extra für europäische Bewerber geöffnet.

WAS ALLE BEWERBER AM ENDE MITNEHMEN KÖNNEN

DMW: Ihr unterstützt die Gewinner mit einem SPIEGEL ONLINE -Mediabudget von 100.000€. Aber gewinnen kann nur einer. Welchen „Gewinn“ können die anderen Teilnehmer mitnehmen für sich und ihr Projekt?

Sanja: Tagsüber organisieren wir im Rahmen der Konferenz einige Sessions, am Samstag gibt es eine Workshop-Reihe für Startups, am 18.09 den Pitch und anschließend ein Networking-Event (allerdings nur auf Einladung). Außerdem sind wir dabei, eine „Goodie-Bag“ zu packen, die alle Finalisten bekommen. Darin enthalten sind verschiedene eigentlich kostenpflichtige Dienstleitungen, Abos oder Workshops. Der Publikumsliebling bekommt außerdem ein Ticket für das MLOVE Confestival inklusive Übernachtung im Wert von knapp 2.000€. Unser Kuratorium ist ziemlich hochkarätig und jedes Pitchdeck geht durch deren Hände. Außerdem sitzen im Publikum viele spannende (Einzel-)Investoren sowie Beteiligungsmanager der großen Verlage. Nationale und internationale Medienvertreter sind ebenfalls vor Ort. Die Chance muss man nutzen!

DMW: Die finale Ein-Satz-Pitchfrage: Warum sollten sich Startups jetzt noch schnell bei euch bewerben?

Sanja: Als Startups sollte man sich bei jedem passenden Pitch bewerben, aber wer sich bei uns nicht bewirbt, verpasst was! Startups@Reeperbahn ist ein Erlebnis und birgt neben dem Pitch viele Möglichkeiten für tolle Kontakte – das wird total großartig 🙂

JETZT BEWERBEN

Also liebe Startups: Schnappt euch Keynote, Powerpoint, Prezi und Co. und bewerbt euch! Die Bewerbungsphase endet am Freitag, den 15. August 2014 um 23:59Uhr. Alle Infos zur Bewerbung findet ihr hier >>  http://www.hamburg-startups.net/startupsreeperbahn-2014-pitch

Unabhängig davon können sich Startups für das „Blind-Date-Mentoring“ bewerben. Die Bewerbungsfrist hierfür endet am 06. September 2014 >> http://www.hamburg-startups.net/blinddate-mit-einem-mentor

Vielen Dank, Sanja, für das Interview. Vielen Dank, liebe Startups, für’s Lesen. Wir sehen uns auf dem Kiez!

 

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