„Arsch hoch, Fuß nach vorn!“ oder warum Markenkommunikation ohne Leidenschaft nicht funktioniert

Am 22. Juli war es wieder soweit: Der Themenabend der DMW München fand im Combinat 56, dem Co-Working Space in Schwabing, statt. Bis über den letzten Stuhl hinaus erwarteten die Münchner Digital Media Women mit Spannung den Vortrag von Markenberaterin Maren Martschenko alias @zehnbar. Sie sprach über ihr Herzensprojekt, das „Passion Projekt Marke“, und zeigte auf, wie eine gute Markenstrategie im digitalen Zeitalter aussehen sollte.

Nach der Begrüßung durch Su. C. Steiger, Quartiersleiterin München, und Claudia Bauhuber, stellvertretende Quartiersleiterin, legte Maren gleich voller Enthusiasmus los.

Maren Martschenko sprach über das "Passion Projekt Marke"

Maren Martschenko sprach über das „Passion Projekt Marke“
Foto: Raimund Verspohl

Was bedeutet Markenführung im digitalen Zeitalter?

Maren betreut hauptsächlich kleine Unternehmen oder gar Solopreneure. Kein Wunder, denn diese Schicht und ihre kleinen Marken machen ca. 90% aller Unternehmen aus, sind quasi das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Dabei haben sie folgendes Problem, wie Maren erklärt: „Die Kleinen versuchen, große Unternehmen und deren Strategien zu kopieren. Mit kaum Budget, wenig personellen Ressourcen und stark begrenzter Zeit ist das natürlich zum Scheitern verurteilt…und führt zu Frust. Facebook, Twitter, ein Firmenblog, responsive Webdesign, Big Data – wo soll man da bloß anfangen??? Wie schafft man es, dass über die eigene Marke gesprochen wird?“

Die Antwort auf diese Frage fand Maren bei ihrem ganz persönlichen Herzensprojekt: Sie wollte zu Fuß die Alpen überqueren. Und einen Triathlon machen! Dafür musste sie erst mal fit werden. Kleine Schritte auf ein festes Ziel zumachen. Dabei wurde ihr klar: Alles wird leichter, wenn man sein Ziel zu einem „Passion Projekt“ macht! Das gilt auch für Unternehmen und Markenkommunikation und erfodert vier Steps:

Foto: Raimund Verspohl

Foto: Raimund Verspohl

  1. Wissen, was ich will
  2. Tun, was ich liebe
  3. Keine Angst vor Fehlern und Scheitern haben
  4. Nicht fragen, machen!

Gerade der letzte Punkt ist dabei essentiell. So wie einem die Mutti wahrscheinlich erst mal eine Alpenquerung ausreden will, versetzen das Internet und die damit verbundenen neuen Möglichkeiten und Kanäle viele kleinere Unternehmen in eine Art Schockstarre. Viele neue Fragen und Probleme tauchen dadurch auf:

  • Information overload

Bin ich bei Google überhaupt auffindbar? Wie hebe ich mich von meinen Mitbewerbern ab?

  • Flüchtige Informationen

Wie baue ich überhaupt noch eine Bindung zu (potenziellen) Kunden auf? Die Verweildauer auf Websites ist kurz und das Gelesene meist schnell wieder vergessen.

  • Sinkende Loyalität

Wir brauchen neuen Klebstoff, um Kunden langfristig an uns zu binden. Welcher ist das?

  • Der Zero Moment of Truth

Immer wichtiger wird der Moment, in dem der Kunde eine Kaufentscheidung fällt und der findet statt, noch bevor er zum Point of Sale geht — nämlich durch die Vorab-Recherche im Internet.

  • Vielzahl von Kanälen

Das Überangebot an Plattformen führt zur Überforderung, die dann zur Lethargie führt. Wo soll ich überhaupt anfangen?

Maren Martschenko Foto: Raimund Verspohl

Maren Martschenko
Foto: Raimund Verspohl

Marens Appell: Arsch hoch, Fuß nach vorn!

Um sich zu mobilisieren und aus der Schockstarre zu befreien, sind folgende Schritte notwendig.

1. Gute Idee

Am Anfang steht die gute Idee. EINE Idee! Diese resultiert meist aus einem Defizit: Was fehlt auf dem Markt, was braucht mein Kunde? Dabei sollte man sich wirklich auf eine Sache fokussieren und sich nicht mit einem ganzen Bauchladen an Ideen beladen.

2. Gute Gespräche

Bring deine gute Idee ins Gespräch! Finde heraus, wo in der Customer Journey der Kunde wann welchen Input braucht. Um das herauszufinden, muss man gut zuhören und wertschätzend unterwegs sein.

3. Gute Beziehungen

Wenn dann über die eigene Marke gesprochen wird, muss man die Influencer kennen.  Die wichtigsten Beeinflusser werden leider oft vergessen, obwohl gilt:

4. Gute Geschäfte

Eine Idee ist mittel- und langfristig nur dann etwas wert, wenn jemand dafür zahlen will! Auch hier gilt:

Die eigene Begeisterung ist das beste virale Marketing!

Eins ist klar, Marens passionierter Vortrag hat den ganzen Saal mitgerissen und wir alle sind ein kleines bisschen inspirierter und motivierter als vorher nach Hause gegangen.

So hat es unsereren Digital Media Women gefallen

Claudia Bauhuber (Foto: privat)

Claudia Bauhuber
Foto: privat

Claudia Bauhuber (Stellvertretende Quartiersleiterin München):

Mit viel Leidenschaft und klaren Zielen zeigte uns Maren, was eine Marke wirklich ausmacht. Dabei gefielen mir vor allem der Bezug auf die persönliche Leidenschaft, denn egal ob im Beruf, Privatleben oder in welcher Beziehung auch immer: Die persönliche Leidenschaft zählt! Ebenso unterstütze ich die These „Nicht fragen, machen!“. Mein persönliches Passion Project sind die Digital Media Women, deren Power mich immer wieder begeistern.

Alyssa Jade McDonald-Baertl Foto: Caro Hoene

Alyssa Jade McDonald-Baertl
Foto: Caro Hoene

Alyssa Jade McDonald-Baertl (Bean Queen & Creator of Single Bean Virgin Chocolate @ BLYSS GmbH):

Refreshingly PowerPoint-less, yet a presentation that was point-full. Maren shared the 4 secrets of passion to promotion which very well matched my own business development. I resonated deeply with her stories about starting with purpose. Personally, I feel that without purpose businesses ramble between hobby and potential. She mentioned action, the power of engagement and measure of success – in dollars. Which is probably how „business“ measures itself typically. I measure our success by influence – how many regulations and standards can we help change to bring better standards in agroecology and nutrition. As a social enterprise, our fuel IS passion, and our measure is not the capitalist cash but rather how many lives we can better through our actions. Being in touch with purpose is the key to unlocking passion, and as Maren says, the tool which gets us „ass up and foot forward“. Loved it. Full support. Appropriate DMW for again bringing real people and ideals to us to develop our knowledge and inspiration.

Pia Löffler Foto: anwaltstexte.com

Pia Löffler
Foto: anwaltstexte.com

Pia Löffler (Rechtsanwälting, anwaltstexte.com)

Meine wichtigste Erkenntnis des Abends: Am Anfang des Projekts muss eine gute Idee stehen – ohne diese Basis kann es nicht funktionieren! Ich arbeite selbst seit kurzem an meinem eigenen „Passion Projekt“: Ich bin Rechtsanwältin und bin seit Anfang 2014 mit dem Unternehmen anwaltstexte.com aktiv am Markt. Wir schreiben für Kanzleien und Rechtsanwälte alle Texte, die nicht direkt mit der Mandatsbearbeitung zu tun haben – also beispielsweise Websitetexte, Online-Profile, Blogbeiträge und so weiter. Marens Vortrag heute hat mich darin bestärkt, dass ich damit auf dem richtigen Weg bin.

Birgit Bramlage Foto: Buchbüro

Birgit Bramlage
Foto: Buchbüro Birgit Bramlage

Birgit Bramlage (Buchbüro Birgit Bramlage)

Mir hat am besten der Gedanke gefallen, dass die Leidenschaft für eine Dienstleistung oder Marke, die man nach außen hin vertritt, das A und O ist. Wenn man selbst keine Leidenschaft ausstrahlt, kommt sie auch beim Gegenüber nicht an. Dabei sollte man sich fokussieren und sich keinen Bauchladen mit zu vielen Ideen zulegen, denn der bremst und behindert nur.

Katja Vater Foto: privat

Katja Vater
Foto: privat

Katja Vater (freiberufliche Projektmanagerin)

Marens Vortrag war sehr inspirierend und hat den Nagel auf den Kopf getroffen:
Ich finde es auch besonders wichtig, dass man selbst anderen erklären kann, was seine Marke ist und wofür man eigentlich steht. Und ich glaube, genau das ist der schwierigste, aber wichtigste Schritt! Erst wenn man sich selber darüber im Klaren ist, was das eigene „Passion Projekt“ ist und das in einfache Worte fassen kann, dann kann man auch andere dafür begeistern!“

Roman Czychi Foto: permanaut.de

Roman Czychi
Foto: permanaut.de

Roman Czychi (Permanaut, Personalberatung & Coaching)

Ich kann Marens Aussagen aus eigener Erfahrung bestätigen: Sobald ich den Markenkern für mich erfasst hatte, wirkte die Auseinandersetzung mit meinen Leistungen und meiner Unternehmung wie Rückenwind. Die Anbindung und das Zurückfinden und Andocken an diesen Punkt Null ist für mich immer wieder essentiell. Ich mache das auch heute noch mindestens einmal pro Jahr mit Maren, die bei dieser Geburt von Beginn an dabei war.

 

Vielen Dank an dieser Stelle auch an Raimund Verspohl für die Eventfotos!

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