Nicht mehr arbeitsfähig! Und nun? Akquisefachfrau berichtet

Martina Bloch beim Themenabend der DMW

Trotz ernsten Themas beim DMW-Themenabend guter Dinge: Martina Bloch (Foto: Sandra Schink, CC-Lizenz BY-NC-ND 3.0 DE)

Ihr müsst nicht schwer erkranken, damit euer Geschäft in Schwierigkeiten gerät. Schon ein gebrochener Arm kann euch große Probleme bereiten. Was könnt ihr – heute und später – tun, damit ihr, falls ihr mal nicht mehr arbeiten könnt, nicht insolvent geht? Ich möchte hier mit ein wenig Input von Carolin Neumann zusammenfassen, was ich beim Themenabend „Nicht mehr arbeitsfähig! Und nun?“ der Digital Media Women Hamburg in der Woche vor Ostern erzählt habe.

Was du heute kannst besorgen…

Das Wichtigste vorweg: Schiebt diese Dinge nicht auf, fangt spätestens morgen damit an!

Ämter

  • Generalvollmacht im Bundesregister (bedarf eines Notars)
  • Postvollmacht ausstellen

Banken

  • Bankvollmacht für Partner/Mitarbeiter (mit Bank klären, dass diese Vollmacht gilt)

Versicherungen

  • Krankentagegeldversicherung abschließen (zusätzlich zur Absicherung z.B. via Künstlersozialkasse)
  • Dread Disease Versicherung prüfen
  • Praxisausfallversicherung prüfen (nicht nur für Ärzte möglich, aber wohl Altersgrenze bis 50 Jahre)
  • Berufsunfähigkeitsversicherung

Im Büro

  • Ordner so beschriften, dass ein Ersatz sich zurechtfindet
  • Alle (!) Passwörter für Anwendungen/Netzwerke/Online-Banking an Vertrauensperson geben (alternativ einen speziellen Nachlass-Dienst nutzen oder die Passwort-Liste in einer verschlüsselten Cloud, z.B. bei Wuala, ablegen und das dafür notwendige Passwort z.B. in einem Umschlag weitergeben)
  • aktive Kundenliste erstellen
  • gute Projektordnung auf dem Rechner erstellen
  • Screenshot des Windows Explorer (Analog Organisator beim Mac) erstellen, damit die Systematik der Ordner von einem Aussenstehenden erkannt werden kann
  • Liste wiederkehrender Zahlungen für das Unternehmen inkl. Fälligkeiten erstellen, Kredite nicht vergessen
  • Offene Rechnungen an einem gut sichtbaren Platz sammeln
  • Daten in der Cloud sichern
  • Zugang zur Cloud weiterreichen

Privat

  • Patientenverfügung
  • Testament
  • Liste wiederkehrender Zahlungen für den Privatbereich inkl. Fälligkeiten erstellen, Kredite nicht vergessen
  • Vermögenswerte auflisten (Aktien, Barvermögen, Immobilien, Beteiligungen, Bilder, Silber, Schmuck etc. nicht vergessen)
  • Zugänge ermöglichen (Tresor, Bankschließfach etc.)

Absicherung von Familie und Vermögen klären

  • Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Zusatzversicherungen klären
  • Auch klären: Wie haben die (erwachsenen) Kinder vorgesorgt?
  • Die Nummern derjenigen, die im Notfall angerufen werden sollen, im Handy mit ICE (In Case of Emergency) oder IN (Im Notfall) versehen. Dann wissen Fremde sofort, wen sie informieren sollen.
  • Freundschaftskette für den Notfall aufbauen, inkl. Telefonliste
  • Beerdigung klären (Wo, wie, Kirche ja/nein, etc.)

Organisatorisch, bei Krankheitsbeginn

  • Finanzamt informieren → Steuervorauszahlungen senken
  • Krankenkasse informieren
  • Krankentagegeld beantragen
  • evtl. Unterstützung für die Versorgung minderjähriger Kinder beantragen
  • Haushaltshilfe beantragen

Menschlich vor einer Erkrankung und bei Beginn:

  • Mitarbeiter einstellen/als Freie ans Unternehmen binden
  • Netzwerk aufbauen
  • Verlässliche Partner finden
  • Wie kommuniziere ich das Thema bei meinen Kunden?

Inhaltlich vor einer Erkrankung

  • Klären, welcher Mitarbeiter was kann, Wissen weiterleiten
  • Klären, wer welche Aufgaben übernimmt

Lebt!

Und zu guter Letzt: LEBT JETZT! Erkennt, was gut ist. Heute, jetzt. Damit ihr nie bereut, euch nicht gefreut zu haben, wenn es Grund zur Freude gab.

Und bitte, bleibt gesund!


von links nach rechts: Bernd Österreich, Martina Bloch, Carolin Neumann

Bernd Österreich von der Gastgeber-Firma oose, Rednerin Martina Bloch, DMW-Ausrichterin Carolin Neumann (v.l.n.r./ Foto: Sandra Schink, CC-Lizenz BY-NC-ND 3.0 DE)

Weitere Fotos vom Themenabend der Digital Media Women Hamburg mit Martina Bloch findet ihr bei Facebook und in unserem Tumblr. Wir danken Sandra Schink (@_shamani) für die schönen Bilder, der Firma oose für ihre Gastfreundschaft und nicht zuletzt Martina für ihre wichtigen Erzählungen!

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3 Antworten zu "Nicht mehr arbeitsfähig! Und nun? Akquisefachfrau berichtet"

  1. […] Übersicht: Was kann ich jetzt schon tun, um bei einer Arbeitsunfähigkeit nicht insolvent zu werden… […]

  2. […] hat auch die “Akquisefachfrau” Martina Bloch in Ihrem Blog unter dem Titel “Nicht mehr arbeitsfähig! Und nun? Akquisefachfrau berichtet” veröffentlicht – am eigenen Leib erfahren. Wünsche Gute Besserung von hier […]

  3. Sehr gute Aufstellung, Frau Bloch, vielen Dank dafür! Die Liste (und noch wirksmer: Die Erfahrung) sollte jeder Selbständige noch vor der Existenzgründung vermittelt bekommen.
    Gute Besserung & herzliche Grüße
    Matthias Helberg

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