So war’s beim Barcamp Ruhr 2013

Foto: Christine Berding

Ateliers im Unperfekthaus (Foto: Christine Berding)

Ein Ticket für das BarCampRuhr zu ergattern, gleicht dem Kampf eines Teenagers um die vor Jahren äußerst begehrten Backstreet-Boys-Konzerttickets. Man weiß, es gibt sie, wartet ungeduldig auf die Öffnung des Ticketverkaufs, schreit ganz laut „Hier“ und – juchuuuh, dabei! Wer das Barcamp Ruhr einmal miterlebt hat, wird es nicht mehr missen wollen.

Die tolle Location Unperfekthaus liegt nicht nur im Herzen von Essen, sie wird auch wegen des tollen Essens und der kreativen, unkomplizierten Atmosphäre mit einem Hauch von Kunst und Musik gelobt. So vielfältig und locker wie das Unperfekthaus waren auch in diesem Jahr die Teilnehmer dieses Barcamps. Über 180 Gäste waren vor Ort und stellten gemeinsam fast 80 Sessions auf die Beine.

Die Digital Media Women durften natürlich nicht fehlen und kamen am vergangenen Wochenende aus Köln, Hamburg und München angereist, um teilzunehmen. Es folgt ein Erlebnisbericht aus vielen Perspektiven.

Carolin, @CarolinN

Caro Neumann beim Lockpicking-VersuchSpoiler-Alarm: Mein Highlight des Wochenende loben die Damen unter mir schon so in den Himmel, dass ich es kaum mehr erwähnen brauche. Gemeinsam mit anderen serienverrückten Menschen, schaute ich beim Barcamp die einzig wahre Musical-Episode, die für eine TV-Serie je produziert wurde – „Once more with feeling“ aus „Buffy“. Da hat man einmal eine alberne Idee – und landet damit sogar gleich „in der Zeitung“. Verrückt, diese Barcamp-Welt.

Doch es gab auch Fachliches jenseits vom echt hohen Spaß- und Netzwerkfaktor und der unvergleichlich entspannten und kreativen Atmosphäre, die das Barcamp Ruhr für mich persönlich zum tollsten Barcamp machen. Das Schöne hier ist, dass dir nicht auffällt, was du alles lernst oder wozu du motiviert bist, weil in so ungezwungener Umgebung stattfindet. So habe ich das Gefühl, dass mich ein, zwei Veranstaltungen dieser Art mehr im Jahr noch zu einer regelrechten Tüftlerin machen würden, siehe Bild. Das Foto (Verwendung mit freundlicher Genehmigung von Johanna) zeigt mich beim Lockpicking (das ist die freundliche Ausdrucksweise für das Knacken von Schlössern). Was ich in der entsprechenden Session zu hören bekam, machte mir Angst (informiert euch, das ist kein Spaß!) – und gleichzeitig Lust, es mal selbst auszuprobieren.

Christiane, @lemontonic21

Ich bin sehr froh, mich doch noch spontan für das #bcruhr6 entschieden zu haben. Mein Highlight: die Space-Tweet-up-Session! Simon und Katti berichteten über die Entstehung des Tweet-ups und die daraus folgenden Treffen und Veranstaltungen, bei denen man sich mit ISS-Astronauten persönlich über deren Erfahrungen im All unterhalten kann und auch mal eine Führung durch NASA- oder ESA-Gebäude bekommt. Das Kind in mir, das schon mit neun Jahren Sternbilder auswendig lernte und von einer Karriere als Astronomin träumte, ist dank dieser fantastischen Session neu erwacht. Und das Beste ist: Jeder kann bei den Space-Tweet-ups mitmachen!

Die Frage „Halte ich einen Vortrag oder nicht?“ erübrigte sich dieses Jahr für mich in Susanne Ullrichs „Slideshare-Karaoke“-Session. Eigentlich wollte ich nur mal schauen, was für eine Session im Raum lief, fand mich aber plötzlich als Teilnehmerin der altbekannten Powerpoint/Slideshare-Karaoke wieder und musste mir eine wilde Geschichte zu meiner von den anderen willkürlich zugeteilten Präsentation über das Great Barrier Reef ausdenken. Social Media für Fische und ein Seepferdchen mit einem Twitter-Account, das auf Partnersuche ist – ich hatte lange nicht mehr so viel Spaß bei einer Session! Unfreiwillig einen Vortrag halten müssen und seine Leidenschaft dafür entdecken – auch das ist Barcamp!

Angetan hat es mir auch die Namibia-Session mit wunderschönen Bildern von Pflanzen und Tieren in der Sandwüste. Man bekam sofort Lust, seine Sachen zu packen und in den Flieger zu steigen! Und natürlich das Buffy-Musical-Episode-Sing-along! Stellenweise krumm und schief, aber sehr emotional, sangen Männer und Frauen ihre Begeisterung und schwelgten in Erinnerungen an eine der besten Serien, die es jemals gab. Berührend und lustig!

Christiane Tänzer und Christine Berding beim Barcamp Ruhr 2013

Christiane Tänzer (links) und Christine Berding

Christine, @MissKenzita

Es war meine erste Teilnahme am Barcamp Ruhr, und ich werde mit Sicherheit zur Wiederholungstäterin! Besonders hat mich die herzliche, ausgelassene, ja fast familiäre Stimmung begeistert. Bei einer Themenfülle von über 44 Sessions am ersten Tag fiel die Auswahl schwer, und es blieb immer das Gefühl zurück, eine gute Session verpasst zu haben. Von denen, die ich besucht habe, hat mir „165+ Tools“ mit Oliver Leon den meisten Input gebracht (Ich arbeite immer noch meine Liste ab). Die Session mit Christoph Seitz zur Spontacts-App hat in vielen Punkten meine eigenen Erfahrungen bestätigt und für zahlreiche Déjà-vu-Momente gesorgt.

Den meisten Spaß hatte ich allerdings bei der Serien-Session von @ScottyTM und natürlich beim Buffy-Sing-along. Ich habe mich besonders gefreut, viele Gesichter aus meiner Twitter-Timeline endlich einmal im Real-Life zu treffen, alte Freunde wiederzusehen und auch einige der DMW aus Hamburg und München persönlich kennen zu lernen. Im nächsten Jahr werde ich sicherlich an beiden Tagen dabei sein!

Steph, @DieSteph

Stephanie Baltes alias @diesteph2013 glänzte das Barcamp Ruhr wieder mit einem gewohnt voll gepackten Sessionplan, in dem sich auch der von Organisator Stefan Evertz gewünschte Blogger-Fokus niederschlug. Während ich den Plan mit Vorfreude studierte, konnte ich aus einer nur wenige Meter entfernten Ecken ein kleinlautes „Och ne… Die Themen wurden doch schon mindestens fünfmal durchgekaut.“ vernehmen. Kann ein sechstes Barcamp Ruhr wirklich noch so viel Neues bringen und selbst eingefleischte Blogger überzeugen?

Twitter, Facebook, Social Media Management & Co. – zugegeben: Viele Sessions scheinen sich tatsächlich zu wiederholen. Die Komplexität nimmt jedoch von Mal zu Mal zu und fordert einen professionellen Feinschliff, der in vielen Sessions definitiv erfolgt ist.

Ob Cats oder Chuck Norris – irgendwo grüßt täglich ein Murmeltier, weshalb ich trotz wiederkehrender Themen auch 2014 gerne wieder mein Zelt in der Camper-Hochburgen aufschlagen möchte.

Susanne, @UllrichSusanne

SusanneUllrich Zum #bcruhr6 kann ich nicht nur aus dem Nähkästchen, sondern auch aus dem Strickkästchen plaudern. Denn dank der Session von @punktefrau und ihren geduldigen Erklärungen (natürlich seien an dieser Stelle auch @snoopsmaus und @malieseel erwähnt), beherrsche ich mittlerweile Randmaschen und rechte Maschen aus dem Effeff. Auf der Fahrt nach Essen hätte ich mir nicht träumen lassen, dass ich jemals eine Begeisterung für Nadel und Faden entwickeln kann. Aber genau so etwas macht wohl ein Barcamp. Man verbringt ein gesamtes Wochenende mit jeder Menge tollen Menschen, tauscht sich zu Themen aus, von denen man vorher gar nicht wusste, dass es sie gibt, lässt sich inspirieren und Booooom – wieder ein neuer Impuls oder sogar ein neues Hobby.

Neben der Strick-Session gab es natürlich viele weitere spannende Themen auf dem Programm, und es fiel mir oftmals sehr schwer, zwischen den unzähligen parallelen Sessions eine Entscheidung zu treffen. Dennoch war mein Programm recht bunt und abwechslungsreich: Neben Tipps zum Bloggen habe ich unter anderem gelernt, was man von „Der Pate“ für Vertrieb und Marketing lernen kann, u.a.: 1) NEIN steht für „Noch ein Impuls nötig“ 2) Orangen sind gefährlich und 3) Den Pferdekopf gibt es auch als Kissen zu kaufen. Außerdem weiß ich jetzt, was alles hinter dem Begriff Digital Health steckt und wo die Reise in der Zukunft hingeht.

Zu meinen eigenen Sessions über Social Media Monitoring, das Experiment zur Verhandlungskunst und das Slideshare-Karaoke möchte ich mich nochmals herzlich bei allen Teilnehmern für die Impulse und Diskussionen – insbesondere für die tollen Vorträge beim Slideshare-Karaoke – bedanken. Und last but not least war es natürlich wieder ein riesiges Vergnügen, die Mädels aus den anderen DigiWomen-Quartieren live und in Farbe zu treffen!

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2 Antworten zu "So war’s beim Barcamp Ruhr 2013"

  1. […] BarCamper quittierten die Sessionvorschläge zum Teil mit einem enttäuschten “Och ne… Die Themen wurden doch schon mindestens fünfmal durchgekaut.” Am Ende der beiden Tage fragte Organisator Stefan Evertz nicht ohne Grund nach der Zukunft der […]

  2. […] Bericht von allen DMW-Quartieren findet ihr auch bei den Digital Media Women im Blog sowie ein Fazit und einen Ausblick auf nächstes Jahr bei […]

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