Das beste Start-Up Hamburgs ist …

Alljährlich kürt Hamburg@Work bei den Webfuture Awards das beste Start-Up Hamburgs und vergibt tolle Preise. Dieses Jahr dürfen die Gewinner eine einwöchige Reise ins Silicon Valley unternehmen, zu der auch Besuche unter anderem bei Facebook, Google, Twitter, Smaato und Inkubatoren wie Plug & Play oder German Silicon Valley Accelerator gehören – das dürfte sich mit ziemlicher Sicherheit lohnen.

Dieses Jahr war alles neu: Zum Beispiel die Räumlichkeiten im Betahaus Hamburg und eine neue Jury mit Vertretern aus der Gründer-Szene, Investoren sowie Geschäftsführern. Insgesamt wurden über 50 Konzepte von Gründern für den Award eingereicht, aus denen die acht Finalisten bestimmt wurden.
Dabei handelte es sich um eBoost Group GmbH, gestigon GmbH, betandsleep GmbH, Stuffle GmbH, XPERD AG mit Check my car, Lean Banking GmbH mit figo, Protonet UG und VitaBote GmbH.
Tagsüber trafen diese gestern dann im Betahaus persönlich auf die Jury und mussten sich im Speeddating beweisen, bis am Abend nur noch Drei im Rennen waren: eBoost Group GmbH, gestigon GmbH und die im Betahaus gegründete Protonet UG. Diese drei pitchten abends erneut ihre Idee vor der Jury und zusätzlich dem großen Publikum.

Die Pitches

Moritz von gestigonFoto: Taalke Renken

Moritz von gestigon bei einer Live-Demonstration vor seiner Webcam
Foto: Taalke Renken

Den Anfang machte Moritz von gestigon. „Gestigon – eine Geste genügt“ beschreibt das Konzept bereits sehr gut, denn es geht um Technologie zur Gestensteuerung. Wir reden dabei allerdings nicht von Gesten auf einem Touchscreen, sondern von Gesten vor einer Kamera. Der bekannteste Einsatz einer vergleichbaren Technologie findet in der Gaming-Konsole Microsoft Kinect seine Anwendung, die ja bereits mit interessanten Hacks zweckentfremdet wurde. Gestigon will eine derartige Steuerung, allerdings mit einer anderen Technologie mit Skeletterkennung durch Infrarot-Kameras, in alle möglichen Alltagsbereiche integrieren. So könnte sie zum Beispiel im Auto Einsatz finden, damit der Fahrer zur Bedienung des Radios nicht mehr die Hände vom Lenkrad entfernen muss. Im Gegensatz zur Konkurrenz läuft gestigon übrigens sehr ressourcen-schonend nur auf einem Nebenprozessor, auch dies ist bisher nirgends sonst praktikabel.

Ali von ProtonetFoto: Taalke Renken

Ali von Protonet
Foto: Taalke Renken

Als Zweiter präsentierte Ali von Protonet seine Idee. Protonet ist eine kleine Box mit einem eigenen Server, der vor allem in Firmen seinen Einsatz findet, aber auch für Heimanwender gedacht ist. Auf dem Server wird ein eigener Cloud-Dienst installiert, der unabhängigen von den großen Anbietern und ihren manchmal skurrilen Bedingungen ist. Damit hat man die Vorteile eines Cloud-Dienstes ohne den Nachteil der verlorenen Kontrolle und Unabhängigkeit von Drittanbietern. 55 solcher Boxen sind bereits bei verschiedenen Kunden im Einsatz. Auf die Nachfrage, warum hier Soft- und Hardware kombiniert werden, was das mögliche Wachstum stark einschränkt, antwortet Ali, dass es so am sinnvollsten ist, da nur so die volle Kontrolle über alle Bauteile und damit auch deren Zusammenspiel gegeben ist.
Protonet setzte übrigens auf Crowdfunding und stellte dabei einen europäischen Rekord auf: In nur 48 Minuten wurden über 200.000 Euro von über 230 Investoren eingesammelt.

Mirko und Lars von eBoostFoto: Taalke Renken

Mirko und Lars von eBoost
Foto: Taalke Renken

Zuletzt gingen Mirko und Lars von eBoost an den Start und präsentierten punktgenau in der knappen Zeitspanne ihr Produkt ChannelPilot. Dabei handelt es sich um ein Tool für Inhaber von eCommerce-Plattformen, mit dem die Betreiber selbst und ohne weitere Hilfe von Programmierern ihre Produktdaten in verschiedene Shop-Suchmaschinen und Preisvergleiche einspeisen können. Bisher musste für diese Zwecke mühsam jede einzelne Schnittstelle der diversen Portale angezapft werden, und genau hier greift der ChannelPilot ein. Es gibt in der Livedemo, für die man sich kostenlos registrieren kann, auch die Möglichkeit, die zahlreichen Filter und Steuerungsmodule des Angebotes direkt zu testen.
Nach einem Jahr Entwicklungszeit konnten bereits innerhalb der ersten Woche nach dem Livegang satte 100 Shopbetreiber für das Produkt gewonnen werden.

Die Spannung steigt

Nach den Präsentationen zog sich die Jury für ihre abschließende Bewertung zurück, doch dank eines twitternden Jury-Mitglieds konnten wir sogar dort Einblick nehmen:

Anschließend verkündete Tarek Müller nach seinem Aufruf, wie gut es sich anfühlt Gründer zu sein und das wir am besten alle sofort gründen sollten, dann den Gewinner des Abends: Protonet. Zweitplatziert ist gestigon und Dritter wurde eBoost.

Die Gewinner des AbendsFoto: Taalke Renken

Die Gewinner des Abends
Foto: Taalke Renken

Die Glücklichen Gewinner bekamen abschließend Urkunden und Preise überreicht und können sich von nun an stolz die gekürten Top 3 Start-Ups aus Hamburg (und Umgebung) nennen.
Die Reise ins Silicon Valley, die zwei Mitarbeiter von Protonet gewonnen haben, wird übrigens durch Hamburg@Work auch redaktionell begleitet. Wir freuen uns jetzt schon auf hoffentlich viele spannende Berichte und Einblicke und wünschen den glücklichen Gewinnern viel Spaß!

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2 Antworten zu "Das beste Start-Up Hamburgs ist …"

  1. […] in Echtzeit. Jede Geste löst eine bestimmte, vom Kunden individuell konfigurierbare Aktion aus. Talke Renken von den Digital Media Women fässt es so […]

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