Getestet: Silent Mode – Soundeinstellungen für Vergessliche

So nützlich unser ständiger Begleiter, das Smartphone auch ist, manchmal gibt es Zeiten, in denen wir unsere Ruhe vor dem ständigen Gepiepe und Geklingel haben wollen. Deshalb hat heutzutage jedes Device auch eine Funktion zum Stummschalten, die nicht umsonst als sehr wertvoll erachtet wird. Wenn man in einem Meeting sitzt, einem Vortrag lauscht oder ins Kino geht, möchte man nicht durch penetrante Geräusche gestört werden oder gar der Umgebung negativ auffallen und schaltet das Gerät deswegen stumm. Zumindest mir geht es aber häufig so, dass ich erst viele Stunden später daran denke, den Ton auch wieder anzuschalten. Verpasste Anrufe von Kunden in der Zwischenzeit sind ein häufiges Resultat davon und für mich als Selbstständige mittlerweile auch ein gewisses Ärgernis.

Für Smartphones mit Android gibt es zahlreiche Apps, die dieses Problem lösen können. Manche davon erstellen komplette Workflows durch Regeln, die an Orte und/oder Uhrzeiten gebunden werden, und sind dafür aber auch entsprechend kompliziert in ihrer Bedienung. Andere erleichtern lediglich den schnellen Zugriff auf entsprechende Funktionen oder passen der Übersichtlichkeit halber die Symbole der Systemleiste an. Ein Mittelding aus dieser langen Reihe heißt Silent Mode und ermöglicht schnell und einfach das zeitlich begrenzte Stummschalten des Smartphones.

Abbildung des User-Interfaces
(Screenshot: Bitground Software)

Die Bedienung ist einfach und nutzerfreundlich: Beim Öffnen der App gibt es zwei Spalten zur Auswahl, in der man den Timer jeweils durch Runterscrollen einstellen kann. Dabei steht die Wahl frei zwischen einer absoluten Uhrzeit (z.B. bis 19 Uhr) oder relativer Zeitangabe (z.B. für die nächsten 15 Minuten). Die Lautstärke, die herrschen soll, nachdem der Timer abgelaufen ist, lässt sich über den Schieberegler oben ebenfalls einstellen. Das kann sehr nützlich sein, um sich danach nicht über die zu hohe Lautstärke zu erschrecken oder trotz lauter Außenumgebung den nächsten Anruf trotzdem nicht zu überhören. Zu guter Letzt hat man die Wahl zwischen der Kernfunktion durch den Knopf “Silent for a while”, also nur für die eingestellte Zeit ruhig, oder komplettem Mute (Stummschalten) bis es manuell wieder aufgehoben wird. Letzteres heißt bei Android-Geräten übrigens nicht die teilweise vom Hersteller vorgesehen Funktion “Ton aus, aber Vibration an”, sondern lässt SMS und Anrufe wirklich nur über das Display erkennen und der Vibrationsalarm ist ebenfalls stumm geschaltet.

Zwei kleine Mankos hat Silent Mode meiner Meinung nach aber noch: Erstens erschließt sich nach dem Durchlesen der allgemeinen Beschreibung nicht, dass “Silent for a while” und “Mute” unterschiedliche Funktionen erfüllt – ich dachte zu Beginn, der linke Knopf bestätige die linke Spalte und der rechte Knopf die rechte Spalte. Dieser Irrtum hat sich aber wenigstens sehr schnell aufgeklärt. Der zweite Punkt ist die Tatsache, dass beim Durchscrollen der Spalten bei jedem überfahrenen Punkt ein Klick-Geräusch gespielt wird, das sich auch nicht abschalten lässt. Wenn man 4 Stunden einstellen will, lässt das Glücksrad grüßen, denn genauso klingt das Geratter dann. Sehr unangenehm, wenn man bereits im Meeting-Raum sitzt und man nur gerade noch rechtzeitig daran gedacht hat, dass man das Smartphone stumm schalten wollte …

Ich habe die App seit einiger Zeit in Gebrauch und bin mittlerweile vollkommen überzeugt. Endlich nach einem Meeting am frühen Morgen nicht mehr über drei Stunden danach noch verpasste Anrufe! Klar, Leute mit antrainierter Selbstdisziplin brauchen so eine App sicher nicht – mir persönlich gefällt jedenfalls das Gefühl, mir keine Gedanken um solche Kleinigkeiten machen zu müssen, sondern meinen Kopf für wichtigere Dinge frei zu halten. Und über das Manko mit dem Glücksrad-Sound kann ich hinweg sehen.

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1 Antwort zu "Getestet: Silent Mode – Soundeinstellungen für Vergessliche"

  1. […] ein paar andere Veröffentlichungen. Zum Beispiel hab ich die Android App Silent Mode getestet und mein Fazit im #DMW-Blog […]

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